re: von der poesie im recht

re on poetics within law

 

Studio Bethanien, Berlin

December 7, 2021, 6pm – 10pm

 

 

A performative event by :

Sonja Lau

With:

Nika Dubrovsky

Dominique Hurth

Susanne Sachsse

Ekatarina Shelganova

 

 

The project “RE: von der poesie im recht” takes its point of departure in the dynamics between women and law, between motherhood/female artisthood at court and on juridical trials.

RE: von der poesie im recht” thus invests in a feminist inquiry into contemporary jurisdiction and the role the female subject and body is attributed therein. What is, actually, debated here beyond the realms of the juridical paragraphs, which hidden layers of meaning are to be drawn from the judgment and the public recpetion of “women at court”, what is lurking within the language of bureaucracy? Last but not least, how can we develop modes of expression, a.o. by means of public discourse, performance and other aesthetic gestures, that allow for a critical, collective evaluation, that can both generate knowledge and solidarity?

In order to do so, “RE: von der poesie im recht” will also refer quite precisely to a current phenomenon, that is rarely discussed in critical theory, but finds itself nevertheless in a tangible, sombre increase: divorce and child custody trials, which are grounded more than often in a juridical/political evaluation of the female subject. With “RE: von der poesie im recht”, we are looking closer at these scenarios, using both concrete experiences and “real”, personal cases as well as the artistic and intellecutal imagination, in order to turn the heremtics of the trial and the silence of the files into important material for the shaping of a new feminist critique.

 

 

Program

 

 

18h00

Sonja Lau (Host)

Und es wird regnen…. Eine Gerichts-Oper (Reprise)

Sound Performance

Aus Auszügen aus Gerichtsakten einer familiengerichtlichen Verhandlung ensteht ein Narrativ, das der juristische Apparat den „Eskalationsprozess“ nennt, dessen Gewalt aber über die involvierten Personen hinaus auch auf Ebene der Sprache und der teilnehmenden juristischen und bürokratischen Organe stattfindet. Eine Analyse von dem, was sich im Apparat der Rechtssprechung niederschlägt (aktenkundig wird), was als toter Rest übrig bleibt, wenn alles schon geschehen ist.

18h30 

Nika Dubrovsky

In Conversation with …….

Divorce Rights, Child Custody, and the Violence of Bureacracy

Zoom-Panel 

19h30

Dominique Hurth

Kinderszenen

Performance (Screening)

20h00

Ekatarina Shelganova

An alternate history of the lost son. 

Work presentation / Performed Essay

21h00

Sonja Lau

Outro

Und es wird regnen…. (Reprise)

 

 

 

 

III. Biographies

 

SUSANNE SACHSSE (*1965) ist Schauspielerin und Performance-Künstlerin. Sie hat in diversen Inszenierungen und Projekten, u.a. von Heiner Müller, Robert Wilson, Bruce La Bruce, Keren Cytter, Heinz Emigholz und Yael Bartana, mitgewirkt, und kollaboriert regelmäßig mit dem Musik-Kollektiv Xiu Xiu und dem Autor Paul B. Preciado. In ihrer Arbeit adaptiert SACHSSE Bilder weiblicher Stereotype ad absurdum (siehe „Serious Ladies“, Arsenal Living Archive). Im Rahmen der 17. Venedig Biennale war sie als „Helene Duldung“ maßgeblich an der Bespielung des Deutschen Pavillons beteiligt. https://www.adkdw.org/de/article/1381_original_sin_a_concert

 

DOMINIQUE HURTH (*1985 in Colmar) beschäftigt sich in den Formaten Installationen, Ausstellungen und Publikationen mit der Lesbarkeit von Objekten und historischen Ereignissen. Ihre Arbeiten wurden international in Museen und Galerien ausgestellt (u.a. Palais de Tokyo, Paris; Hamburger Bahnhof, Berlin). Sie war Leiterin des Projektes «Bilder, Stimmen und Klischees: SS-Aufseherinnen des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück», Gedenkstätte Ravensbrück (2020) und beschäfigt sich aktuell mit der Objektbiografie der weiblichen Uniform der Darstellung von Täterinnen. https://dominiquehurth.com/

NIKA DUBROVSKY (*1967 in St. Petersburg) ist Kuratorin, Theoretikerin, Herausgeberin und Aktivistin. Gemeinsam mit David Graeber gründete sie das „Museum of Care“, einer hybriden Institution, die sich für die Produktion sozialer Beziehungen einsetzt, und recherchierte zur Bürokratie als Gewaltform. Daraus entstand u.a. das Project „UPRISINGS“, das sich geschiedenen Frauen aus der ehm. DDR widmete, deren Entschädigungszahlungen mit der Wende eingestellt wurden. DUBROVSKY hat verstärkt zu genderbasiertem Unrecht geforscht, und auch eigene Gerichtserfahrungen gemeinsam mit Theoretiker*innen untersucht.

EKATARINA SHELGANOVA lebt und arbeitet in St. Petersburg als Fotografin und Videokünstlerin. 2018 gründetet sie die „Moving Gallery“, einer wandernden Ausstellungseinheit im öffentlichen Raum, die in Gestalt einer sozialistischen Umkleidekabine an verschiedenen Orten in St Petersburg auftritt. SHELGANOVA hat sich für ihre Arbeit mehrfach vor Gericht verteidigen müssen, was auch zu einer gerichtlich erzwungenen Trennung von ihrem Sohn geführt hat. Für die Ausstellung wird SHELGANOVA eine alternative Geschichte ihrer fotografischen Arbeit entwickeln, die die juristische Konfrontation subtil mit einschließt. https://cargocollective.com/ekaterinashelganova